Die Rhein pfalz, Dienstag 24. September 2002


EINZIGARTIGE STIMMUNG DER GEMEINSAMKEIT

Publikum singt und klatscht kräftig mit bei Gospel meets Classic in Roxheimer Kirche

 

   Ein äußerst abwechslungsreiches Konzert wurde am Samstagabend den 40 Zuhörern in der protestantischen Kirche Roxheim geboten. Durch die Kombination von klassischen Stücken und Gospel wurde das Musikexperiment Gospel meets Classic zum Hörerlebnis.
   Der Auftritt in Roxheim war auch für die fünf Künstler etwas ganz Besonderes. "Wir feiern heute eine Art Jubiläum. In Bobenheim-Roxheim haben sich die Künstler kennen gelernt und hier wurde auch entschieden, die Idee des Musikprojekts Gospel meets Classic umzusetzen", erklärte Jens-Peter Giersch, der charmant und professionell durch das Programm führte und zusätzliche Informationen zu den Stücken und zu der Herkunft des Gospel lieferte.
   Das knapp zweistündige Konzert war in fünf verschiedene Bereiche aufgeteilt. Der erste Teil, Wege zu Jesus, bestand wie die anderen Teile auch aus Gospelsongs und aus klassischen Stücken. Diese Gegenüberstellung der

beiden unterschiedlichen Musik-richtungen zeigte schon zu Beginn, dass beim Gospel andere Werte zählen als in der klassischen Musik. Lord, lift us up, der erste Song, wurde stimmgewaltig und gefühl-voll von der Sängerin Gabriela Glaser Mills und von Randall Taylor am Keyboard und im Gesang präsentiert. "Im Gospel geht es um eine natürliche und freie Stimme. Bei der klassischen Musik dominiert die perfekte Darstellung des Stücks", führte Giersch dem  Publikum die Unterschiede vor Augen. Süßer Trost aus der Kantate BWV 151 von Johann Sebastian Bach, gespielt von Kirsten Kohlmann  an der Flöte, Stephan Aufenanger an der Orgel und Almut-Maie Fingerle im Gesang war das erste klassische Stück.
     Im zweiten Teil, Trauer und Trost, bat Giersch, nach dem ersten Lied nicht zu applaudieren, um es zusammen mit dem zweiten zu erfahren. Das Publikum solle die tiefen Gefühle begreifen, die in beiden stecken. Hört ihr Augen auf zu weinen von Johann

Sebastian Bach stelle eine Antwort auf das Wehklagen des Gospelliedes Sometimes I feel like a motherless child dar, führte Giersch aus. Dieses Gespräch der beiden Stilrichtungen kam leider durch störenden Applaus einiger Zuhörer  nicht zustande. Die nachdenkliche Atmosphäre, die die beiden Stücke hervorgerufen hatten, wurde durch das letzte Lied des Abschnittes wieder gelockert. Swing low wurde teils dreistimmig und mit viel Schwung von Fingerle, Mills und Taylor gesungen.
  Der dritte Teil, Ewigkeit, bestand hauptsächlich aus klassischen Stücken. Das Allegro von Carl Philipp Emanuel Bach war das einzige Instrumentalstück an diesem Abend. Kohlmann spielte Querflöte und Aufenanger begleitete sie an der Orgel.
    ”Am besten hat mir von diesem wunderschönen Konzert Pie Jeus von Andrew Lloyd Webber gefallen. Ich wusste gar nicht, das Webber auch kirchliche Stücke geschrieben hat", sagte Ursula Graber aus Bobenheim.

Dieses Stück war Bestandteil des vierten Teil: Vollendung im ewigen Leben.
   Richtige Gospel-Stimmung kam im letzen Teil des Konzerts auf. Bei dem Oh  happy day blieb das Publikum nicht mehr auf seinen Bänken sitzen, sondern erhob sich und klatschte im Takt mit. Einige Zuschauer sangen auch begeistert den eingängigen Song mit. Kein Wunder, dass das Publikum die Gruppe nach diesem Lied noch nicht gehen lassen wollte und nicht aufhörte zu applaudieren. Die Zugabe He has got the whole world in his hand schaffte dann eine einzigartige Stimmung der Gemeinsamkeit und Freude. Taylor gab den Text vor und die Künstler und das Publikum sang gemeinsam nach. (enn)






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