Freitag, 8 Juni 2001 / Nr. 130
Mannheimer Morgen

In der Mathäuskirche treffen verschiedene musikalische Kulturen aufeinander. Beim klassischen Part wirkt Almut-Maie Fingerle mit, begleitet von Wolfgang Grosch. Bilder: Keese

Schon seit seiner Jugend mit Gospel vertraut: Sänger und Pianist Randall Taylor.




Künstler verbreiten "Freude an der Schöpfung"

Nekarau: Viele Besucher beim Konzert "Gospel meets Classic" in Matthäuskirche

Von unserer Mitarbeiterin Saskia Heinen

"Wir wollten zwei musikalische Kulturen einander gegenüberstellen", beschrieb Jens-Peter Giersch der "Gospel meets Classic" in der Matthäuskirche moderierte: "Die Klassik, die Sie ja alle kennen und eine Musik aus der amerikanischen Welt. Das Projekt besteht auch darin, Sänger mit unterschiedlichen Ausbildungen singen zu lassen."

Das war zum Beispiel schon im ersten Lied "Lord, lift us up" der Fall, das Gabriela Glaser Mills aus Worms und Randall Taylor gemeinsam sangen. Taylor begleitete gleichzeitig am Piano. Glaser Milis hat klassischen Gesang studiert und arbeitet schon seit Jahren mit Taylor zusammen. Taylor wurde in New York geboren und

    

singt schon seit frühester Jugend Gospels, wurde auch von seiner Großmutter in Gospelkonzerte und -versammlungen mitgenommen. Dort lernte er auch, vor vielen Menschen zu singen.

So hatten die beiden auch kein Problem, die große Kirche mit ihren Stimmen auszufüllen. "Am Anfang habe ich überlegt: Gospel? Was stelle ich mir darunter vor? Schwarze, darauf bin ich ja gerade noch gekommen, und Musik und Lebensfreude. Ich denke, dass hat man ja bei diesen Liedern schon gehört", meinte Giersch.

Lebensfreude wurde besonders im letzten der fünf Themen vermittelt: "Freude an der Schöpfung" mit dem Renner "Amazing Grace". Jedes Oberthema des Abends wurde mit mehreren Liedern besungen, von "Trauer und Trost" bis zur "Ewigkeit".

    

Nach dem zweiten Weltkrieg bildeten sich in den amerikanischen Städten Straßenkirchen. Diese Gottesdienste wurden häufig in Läden gefeiert. "Und da passierte etwas, was bei uns unmöglich ist: Der Reverend spricht und irgendjemand wirft ein Wort hinein. Wir würden denken, er unterbricht den Gottesdienst, aber dort war das ganz normal. Einem Anderen fiel noch etwas anderes dazu ein, ein Dritter hatte die Melodie, irgendjemand gab den Rhythmus an, und so wurde der Gottesdienst sehr lebhaft", erzählte Giersch über die Anfänge der Gospels.

Almut-Maie Fingerle, die ebenfalls klassisch ausgebildet ist und von der Orgelempore herab sang, Wolfgang Grosch mit seiner Violine und Harald Tippl, der Organist der Lukaskirche, hatten sich vorwiegend den klassischen Stücken im Programm angenommen. Am meisten kam der Barock zum Zuge mit seinen berühmtesten Vertretern Bach und Händel.


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