Gospels lernen ganz ohne Noten

Workshop in Alsheim/Mettenheim fasziniert Anfänger wie Könner

Höhepunkt: Abschlusskonzert

nad. ALSHEIM/METTENHEIM - "Der Gospel Workshop ist einfach genial, Spaß ohne Ende", berichtet Rainer Herda aus Frankenthal noch ganz aufgekratzt nach der letzten Chorprobe. Seit einigen Monaten erst sei er im Gospelchor Roxheim und habe nicht gezögert, dieses Angebot wahrzunehmen. Diesen Chor leitet Almut-Maie Fingerle neben den "Swinging Voices" Alsheim und zwei weiteren Chören. Zusammen mit Randall Taylor leitete Fingerle auch den Gospel Workshop in Alsheim/Mettenheim. Die Schirmherrschaft hierfür hatte der MGV Alsheim übernommen.

"Es ist viel einfacher, als ich dachte, die Gospels ganz ohne Noten zu lernen", lautet die verwunderte Feststellung vieler Teilnehmer. Für einen Außenstehenden kaum zu glauben, denn außer den Texten haben die durchweg hoch motivierten Sänger nichts in Händen. Kein Notenblatt wurde ausgeteilt. Gerade für Fingerle, die Musik, Gesang und Chorleitung studiert, zu Beginn sehr ungewohnt.

Dies ist die Vorgehensweise von Randall Taylor der seinen Schützlingen durch sein Spiel auf dem Keyboard und durch Vorsingen die durchweg unbekannten Stücke beibrachte. "Er wiederholt die Passagen so oft, dass man sie einfach im Gehör hat", meint Sabine Eicher-Enirich. Ilse Schmiel spricht sogar von einer unterbewussten Ebene, die Taylor anspricht.

Gospelworkshop Zeitungsbild
Das Abschlusskonzert in der Mettenheimer Kirche war für die Teilnehmer des Gospel-Workshops der Höhepunkt. Bild: Ochßner

Auch Randall Taylor macht die Arbeit mit den vielen Damen und den vier Herren sichtlich Spaß. "There will be no Unterschied zwischen Schwarz und Weiß", betont Taylor dann auch. Er singe und arbeite genauso gerne mit schwarzen wie mit weißen Sängern. Durch seine faszinierende, energiesprühende Art, seinen Glauben durch Musik und in seiner Arbeit mit anderen auszudrücken, zog er die rund 50 Teilnehmer des dreitägigen Gospel Workshops in seinen und somit in den Bann von Spirituals und Gospels.

Randall ist in den USA geboren und mit dieser Musik großgeworden. Manchmal habe er seine Mutter und Großmutter sogar gebeten, endlich mal mit dem Singen aufzuhören, berichtet Fingerle schmunzelnd.

Einige Jahre leitete Taylor den amerikanischen Gospelchor, "Martin Luther King Singers" in Frankfurt und ist schon mehrfach mit anderen Stars der Gospelmusik aufgetreten. Die Verbindung mit Fingerle entstand durch Gabriela Glaser-Mills die einige Projektezusammen mit Taylor gestaltet.

So ist das gemeinsame Projekt,"Gospel meets Classic", inzwischen in der Region etabliert. Der Höhepunkt für die Workshop-Teilnehmer war allerdings das Abschlusskonzert in der Kirche in Mettenheim.

Dreizehn Songs hatte die Gruppe einstudiert und auch Soli waren darunter. Kein Wunder, dass Anne Ehrlich, Anja Papkarmesis, Ilse Schmiel, Jutta Rettig, Jürgen Kohlmann und Janette Labella noch etwas aufgeregter waren als ihre Chorkollegen und Schlagzeuger Karlfried Gärtner. Natürlich ließen auch Almut-Maie Fingerle und Randall Taylor etwas von sich hören. Das Konzert war als "a walk through time in gospel music", also als Spaziergang durch die verschiedenen Entwicklungsstufen des Gospels konzipiert.

A capella ging es los, da die Sklaven auf den Baumwollfeldern der Südstaaten meist ohne Instrumentalbegleitung gesungen haben. Dann ging es über ausgewählte Spirituals und Gospels weiter bis zu den modernen Contemporary. Abschließend klang "Oh, happy day" durchs gut besetzte Kirchenschiff in dem der Applaus ob der fantastischen Leistung lange nicht verebben wollte.





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