DIE RHEINPFALZ - NR.54

KULTUR REGIONAL / FRANKENTHAL

DIENSTAG, 5. MäRZ 2002

DIE SUGGESTIVE KRAFT DES GOSPEL

Letztes Konzert mit Chorleiterin Almut-Maie Fingerle - Randy Taylor macht Workshop zum riesigem Erfolg

    Es war eine blendende Idee, die die Verantwortlichen des Volkschors Roxheim hatten, alle an Gospelmusik Interessierten zu einem Workshop nach Bobenheim - Roxheim einzuladen. Als Glücksgriff erwies sich Randy Taylor, ein amerikanischer Profi auf diesem Gebiet, der für das Projekt gewonnen werden konnte.
   Und so konnten am Sonntagabend in der sehr gut besuchten St.-Laurentius - Kirche in Bobenheim nicht nur die hervorragenden Ergebnisse des Workshops bewundert werden, sondern auch die Kraft dieser Musik, die es bei richtiger Darbietung versteht, einen ganzen Saal aus der Reserve zu locken, sodass fast alle mitklatschend, mitlebend, ja sogar mitsingend die in sonstigen Konzerten übliche Kluft zwischen Ausführenden und Zuhörenden überwanden und den ganzen Kirchenraum erzittern ließen.

   Gleich zu Beginn stimmte Randy Taylor, am E-Piano stehend, harmonisch vielfältig und rhythmisch swingend, in den Abend ein, ehe ein klatschender Chor durch die Kirchengänge zog und danach sauber in der Intonation, begeisternd in Ausdruck und Vielfältigkeit in der Gestaltung den ersten Titel ohne Klavierbegleitung sang.
    "We invite you" war das Lied, bei dem Randy Taylor auch sein improvisatorisches Können eindrucksvoll unter Beweis stellte. Wenn auch die etwas zu laute Klavierbegleitung seine Stimme überlagerte, konnte die Begeisterung des Chors das Publikum mitreißen. Die Begeisterung steigerte sich noch bei "Swing low", wobei Chorsolisten den ganzen Abend über immer

wieder zeigten, dass sie die Musik auch von innen heraus gestalten können, und die Gospels zu dem machten, was sie sind: eine subjektive religiöse, musikalische Aussage, die es nicht erforderlich machte, alles in höchster Perfektion zu präsentieren, sondern in der Ehrlichkeit des Ausdrucks und des Gefühls.
    Jens-Peter Giersch,, der in seiner Moderation viele wissenswerte Details zum Thema "Gospels" ausführen konnte, leitete zum nächsten Teil über, wo in "Rock my Soul" ein bekannter Klassiker der Gospelmusik sehr variantenreich erklang, abgelöst durch den in den Harmonien sehr farbigen Satz, der die Grenzen des Chors aufzeigte, und im "Kumbah Yah My Lord" mit einem eindrucksvollen A-cappella-Schluss endete.


    Dass Gospels percussion- und nicht melodiegebunden zu gestalten sind, zeigte der Projektchor, der von Freitag bis eben diesem Sonntagabend zum ersten Mal zusammenkam, in den folgenden Titeln deutlich: "Roll Jordan Roll", von Solisten getragen, die im Wechsel mit dem Chor die fantastische Stimmung zu erhalten wussten, wurde abgelöst durch "Say the World" im Charaktergegensatz und "I will tell it" mit seinem eigenen, durch Randy Taylor verstärken Rhythmus.
    Im letzten Teil des Konzerts, das auch als Abschied von Chorleiterin Almut-Maie Fingerle verstanden wurde sie hat seit 1996 den Roxheimer Gospelchor geleitet , erklang ein fantastisches "Soon very soon", bei dem auch die leisen Töne, die dynamischen Abstufungen zur Geltung kamen, ehe

das Lied "Widness for my Lord" die Zuhörer endgültig von den Sitzen riss und dem Rhythmus nicht mehr widerstehen ließ.
    Ovationen und Zugabe-Rufe verhallten nicht ungehört, und so konnte eine zufriedene Erste Vorsitzende Elvira Saelens den näcsten Workshop für Dezember ankündigen, aber auch zum regelmäßigen Singen mittwochs um 19.30 Uhr einladen.
    Die suggestive Kraft, die Randy Taylor auf die Sängerinnen und Sänger ausstrahlte, konnte in dem sich ins Unendliche steigernden "Oh happy Day" und in "Amen" nochmals bewundert werden, denn jetzt sangen auch große Teile des Publikums mit.     Sicher wird dieser ungewöhnliche Abend so manchem im Gedächtnis bleiben. (rv)

 

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